On the type of Coprinus krieglsteineri
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Original description
Coprinus krieglsteineri Bender
Coprinus krieglsteineri Bender, H. 1987 in Beiträge zur Kenntnis der pilze Mitteleuropas, III: 215-221.
Hut: jung eiförmig-zylindrisch, 8-16 (20) x 4-7 mm, haselnusz- bis umbrabraun mit sepia-schwarzbrauner Mitte. bedeckt mit einem zarten. seidigen, meist eng anliegenden Velum (Lupe!) ahnlich dem des C. alopecia, dann konisch-glockig mit stumpfem Buckel, ausgebreitet 15-30 (40) mm, verflachend bis niedergedruckt und später oft mit aufsteigendem bis umgerolltem Hutrand, gerieft bis schwach gefurcht fast bis zur Mitte, dort meist kräftig sepia-schwarzbraun oder ockerbraun gefärbt, nach auszen hin, über den Stegen, meist kraftiger z. T. bis zum Rand mit umbra-sepia oder ockerbräunlich-graubräunlichen Farben überhaucht, hygrophan, in den Riefen früh graubräunlich bis schmutzigweisz ausblassend, je nach Witterung, am Hutrand mit Velumfetzen behangen, welche dann von der volvaartigen Ringzone der Stielbasis bei der Streckung abgerissen sind; nicht oder nur langsam zerflieszend.
Lamellen: untermischt. normal weit, leicht angeheftet bis frei, erst bräunlich mit weiszer Schneide, später bis schmutzigweisz ausblassend mit schwarzer Schneide, nur langsam zerflieszend.
Stiel: 50-90 (110) x 2-4 mm, wässerig schmutzig-grau, zuerst mit weiszem Filz dicht bedeckt, der dann bei der Streckung des Stiels eng anliegend und kurzschuppig bis flockig-faserig aufreiszt; zur Spitze hin verjüngend, Basis leicht erweitert, zottig-filzig, manchmal mit volvaähnlicher Ringzone.
Velum: graublasz bis weiszlich, feinfaserig, je nach Witterung oft nur bei jungen Fruchtkörpern ohne Lupe sichtbar, Hyphen fadenförmig, verzweigt, glatt, meist an den Septen eingeschnürt, z. T. mit Schnallen, 6-3 µm breit, 40-120 µm lang oder länger.
Geruch: schwach, Geschmack nicht getestet.
Huttrama: aus Ketten kurzgliedriger, etwas aufgeblasener oder aus fädigen, septierten Hyphen bestehend.
Lamellentrama: Hyphen meist kurzgliedrig, verzweigt, bis ca. 8 µm breit.
Cheilozystiden: 30-65 x 16-16 µm, rundlich-ballonförmig bis ellipsoid oder breit flaschenförmig.
Pleurozystiden: 65-85 (100) x 18-36 µm, ellipsoid-säckförmig bis z. T. breit flaschenförmig, manchmal bei einigen Aufsammlungen mit oft kurz geschwänzten Zystidenspitzen.
Kaulozystiden: fehlen.
Anmerkungen: Coprinus krieglsteineri ist charakterisiert durch sein dünnes, schnell schwindendes Velum, welches oft nur an jungen Fruchtkörper ohne Lupe sichtbar ist, sodasz der Hut kahl und nackt erscheint. Er gehört in den Stirps Lagopus.
Coprinus lagopus unteischeidet sich vorwiegend durch andere Hutfarbe, breiteres und reichlicher vorhandeneres Velum auf dem Hut und hellere Stiele, mit langen. meist abstehenden, striegelig-haarigen Fasern (weitere Unterscheidungsmerkmale s. Tabelle).
Coprinus auricomus ähnelt ihm zwar im Habitus, hat aber kein Hutvelum, dafür dickwandige, bräunliche 'Haare' auf der Hutscheibe, die ihn besonders charakterisieren.
Coprinus hansenii Lange hat einen glatten Stiel; die Huthaut besteht aus kugeligen oder birnenformigen Zellen. Diese Art sollte ohnehin zu C. auricomus gehörend hetrachtet werden.
Coprinus echinosporus Bull. 1920 gleicht ihm in Habitus und Stielbeschaffenheit, hat aber warzige Sporen und andere Velumstruktur.
Coprinus aphthosus Fries sensu Lange (157 G), FLORA AGARICINA DANICA vol. IV Seite 109, zeigt in der Abb. auch eine ziemliche Ähnlichkeit, hat aber eine andere Sporenform (zitronenförmig) und deutlich kleinere Sporen. Diese Artzuffassung von L a n g e wird von anderen Autoren (z. B. 0 r t o n / W a t l i n g, R e a ) nicht akzeptiert, sie vemuten vielmehr, dasz es sich hierbei um eine Psathyrella handelt. Es eischeint mir nicht ausgeschlossen, dasz C. aphthosus sensu Lge. nichts anderes als C. echinosporus Buller ist. Auch wenn es auf den ersten Blick unwahrscheinlich klingt, sind die warzigen Sporen das einzige Trennungsmerkmal. Die daraufhin von mir uberpruften Sporen von C. echinosporus aus meinem Herbar (ausgereifte Sporen!) zeigten im Wasserpräparat keine auffällige, ins Auge springende Warzigkeit. Die Warzen waren zwar vorhanden, aber es wäre ohne weiteres möglich, diese mit einem weniger guten Mikroskop zu übersehen, denn die Sporen erschienen mir bis zum \Vergröszerungsmaszstab 200 relativ glat.
Diese Art ist Herrn German J. K r i e g l s t e i n e r anläszlich seines 50. Geburtstag für seine Verdienste um die deutsche Mykologie gewidmet. Ich danke meinen Freunden Horst G l o w i n s k i und Manfred E n d e r l e, dem einen für die Anfertigung der lateinischen Diagnose, dem anderen für die beschaffung von Literatur.
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